SV Kenzingen 1910 e.V.

Der SV Kenzingen stellt sich vor:

Gründung:          April 1910 als 1. FC Kenzingen
                                   1920 Gründng der Leichtaltlehtik-Abteilung
                                   1929 Gründung der Jugendabteilung
                                   1946 Umbennenung in Sportverein Kenzingen

Mitglieder:            ca. 450       

Sportanlage:      Rasenplatz
                                   Hartplatz mit Flutlichtanlage

Stadionheft:       "Mühlengrün-Express", 14. Jahrgang
                          erscheint zu jedem Heimspiel

Vereinslied:       

Das Vereinslied acappella, gesungen an der Jahreshauptversammlung:

 

 

Geschichte SV Kenzingen

 

Bereits vor dem Gründungsjahr 1910 wurde in Kenzingen Fußball gespielt. Beispielsweise wurde 1908 auf dem „Mättle hinter der Post“ ein Spiel zwischen dem katholischen Jünglingsverein und „Phönix Kenzingen“, einer Schülermannschaft der Realschule Kenzingen ausgetragen. Dieses Spiel kann durchaus als eigentlicher Ursprung des Kenzinger Fußballs bezeichnet werden.

 

Jedoch wurde erst 2 Jahre später, im April 1910, durch ca. 25 aktiven Fußballern der 1. FC Kenzingen gegründet. Trotz der fehlenden Akzeptanz in Staat und Gesellschaft und bescheidenen Mitteln ließen sich Männer wie Erwin Beck, Walter Eberhardt, Josef Hollerbach, Karl, Emil und Willi Kanzler, Franz Scheidel, Otto Baptist, Josef Bleile, die den Stamm des 1. FC Kenzingen ausmachten, nicht vom Fußballspiel abbringen und trotzten dem heftigen Schimpfen der Eltern.

 

Erst mit Professor Felix Hunn, der in der Meistermannschaft des FC Freiburg stand und auch schon beim FV Emmendingen Fußball spielte, fanden die jungen Kenzinger einen Förderer und Unterstützer. Unter ihm wurde der FCK in geregelte Bahnen geführt, weshalb er als Kopf der Gründungszeit gilt.

 

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs 1914 ruhte auch das noch junge Vereinsleben.

Unter Vorstand Andreas Stüdle und der „Lindenmarie“, der Frau von Eugen Kern, die als Vereinsmutter über die Stadtgrenzen bekannt war, begann 1919 der Neuaufbau des Vereins und 1920 wurde eine Leichtathletikabteilung angeschlossen. Mitte der 20iger Jahre hatte der Verein 29 aktive und 140 passive Mitglieder.

 

In der Saison 1927/28 gelang ungeschlagen die erste Meisterschaft in der B-Klasse, eine 2. und eine AH-Mannschaft wurde geschaffen und das Spiel des Jahres wurde am 18. April gegen Racing Straßbourg mit 2:3 verloren. Die Jugendabteilung wurde 1927 gegründet. Da schon zu dieser Zeit die Geselligkeit und der Gesang beim FCK sehr gepflegt wurden, wurden die Spieler bei Auswärtsspielen des Öfteren mit dem Gesangsverein verwechselt.

 

In den 30er Jahren spielten die Kenzinger unter Vorsitz von Ernst Schieble in der Kreisklasse zumeist in der Spitzengruppe mit, zu einer Meisterschaft reichte es allerdings noch nicht. Nach dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, dem 2. Weltkrieg, ließen die Besatzungsmächte in Kenzingen nur einen sporttreibenden Verein zu. So kam es mit dem Turnverein zusammen zur Neugründung des SV Kenzingen und 1946 zum ersten Aufstieg in die Bezirksliga.

 

Nach dem Abstieg 1947 wurde im Folgejahr sofort wieder Aufgestiegen und durch einen ernormen Leistungsanstieg konnte 1950 die Meisterschaft in der Bezirksklasse gefeiert werden. 1951 verließen die Turner auf eigenen Wunsch wieder den Sportverein. In der Saison 53/54 erreichte der aufstrebende Verein mit dem polnischen Nationalspieler „Polen-Sepp“ Seppl Woskowiak im Sturm nach einem 4:1 Sieg im Entscheidungsspiel in Emmendingen gegen den Nachbarn Herbolzheim die Meisterschaft in der neugegründeten 2. Amateurliga. In der Aufstiegsrunde blieb man aber gegen Mörsch, Weil und Südstern Singen chancenlos und anstatt den erhofften Aufstieg feiern zu können, fand man sich ein Jahr später wieder in der A-Klasse.

Im Jahr des 50jährigen Vereinsjubiläums 1960 baute die Stadt Kenzingen den Hartplatz und den Kabinentrakt, die erste Mannschaft des SVK wurde 1 Jahr später punktgleich mit dem SC Reute 1. der A-Klasse Freiburg. Und wieder wurde das Entscheidungsspiel zum Aufstieg äußert unglücklich verloren.

 

1965 musste der SVK dann aus der A-Klasse absteigen, jedoch konnte man nach 2 jähriger B-Klassen-Zugehörigkeit 1967 als Meister wieder aufsteigen. 1968 wurde der Rasenplatz in Eigenregie einplaniert und neu eingesät. 1970 wurde sehr erfolgreich das 60-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Mit über 600 Zuschauern beim Spiel SV Kenzingen gegen Baden-Baden, über 800 bei der Partie Waldhof Mannheim gegen FC Emmendingen aber auch 300 bis 400 Zuschauern bei dem erstmaligen Vereins- und Behördenturnier wurde das Mühlegrün im Juli zum Mekka des Regionalen Fußballs.

 

Im selben Jahr übernahm Herbert Emmenecker das Amt als 1. Vorsitzender, welches er 12 Jahre ausübte. In dieser Zeit wurden das Vereinsheim und die Kickerschänke gebaut. Sportlich kamen allerdings trübe Zeiten auf den SVK zu. 1971 mussten die Kenzinger aus der A-Klasse absteigen, 1975 sogar den Gang in die B-Klasse antreten. Doch auch in der untersten Klassen hangen die Trauben hoch, so verlor beispielsweise die erste Mannschaft in der Saison 75/76 sogar gegen Malterdingen III mit 2:0.

 

Für die Saison 77/78 wurde eine neue Mannschaft, fast ausschließlich durch eigene A-Jugendspieler zusammen gestellt, doch der erwartete sportliche Aufschwung wurden erst unter Spielertrainer Peter Kammerknecht im Jahr 1982 geschafft. Man wurde Staffelsieger und stieg in die neue Kreisliga A, der früheren B-Klasse auf.

 

Unter der Vorstandschaft von Leo Enderle und Vize Hans Moser wurden die Umkleideräume renoviert und das Flutlicht mit großem persönlichem Aufwand gebaut.

Rechtzeitig zum 75. Geburtstag des Sportvereins kehrte man nach 14-jähriger Abstinenz wieder in die Bezirksliga zurück. Doch trotz guter, eigener Spieler stieg man nur 1 Jahr danach wieder ab. Der damalige Trainer, Karl Waibel, konnte regelmäßig auf bis zu 40 Mann im Training zurückgreifen, weshalb man erstmals eine 3. Mannschaft unter Trainer Bernd Meier in die Runde unter anderem gegen die ersten Mannschaften aus Köndringen, Broggingen, Hecklingen und Mundingen schickte. Im Mai 1986 wurde Peter Galm, nach dem der Verein rund 1 Jahr kommissarisch von Hans Moser geführt wurde, 1. Vorsitzender. Mit im Team waren Walter Reiner als 2. Vorsitzender und Peter Gehrmann zunächst als Schriftführer, später als Rechner. Die Kabinen und der Rasenplatz wurden fertig saniert. In der Saison 88/89 belegten die Kenzinger mit Trainer David Saunders den 3. Platz und verpassten den erneuten Aufstieg nur knapp. 1990 erfolgte die Trennung von der Tischtennisabteilung und der 1960 gebaute Hartplatz wurde für insgesamt 240000 DM komplett erneuert, mit einer Sprengleranlage ausgerüstet und mit einem Spiel gegen den SC Freiburg eingeweiht.

 

Den Abstieg in die Kreisliga B konnten die Grün-Weißen 1992 zwar nicht abwenden, jedoch stieg man nach nur einem Jahr unter Trainer Arno Schmieder wieder auf. 1994 bleibt als das Jahr des Vereinsheimneubaus in Erinnerung. Nachdem die bisherige Vereinswirtschaft bei einem nie aufgeklärtem Einbruch 2 Jahre zuvor angezündet wurde und komplett abbrannte, wurde in Rekordzeit das heutige, großzügige und schuldenfreie Vereinsheim durch großen Einsatz von Vorstand Peter Galm, Vize Walter Rainer als Bauleiter, Herbert Emmenecker, Herbert Eppler und Peter Gehrmann als Bauausschuss und ca. 100 Helfern aus der Vorstandschaft und den SVK-Mitgliedern in über 3000 Arbeitsstunden erbaut. Zusätzlich konnte noch ein größerer Betrag für die Überdachung hinter dem Vereinsheim angelegt werden. Für diese Leistung erhielt der SVK beim Neujahrsempfang 1994 den Ehrenpreis der Stadt Kenzingen, einen Wanderpokal des Bürgermeisters für besondere Leistungen überreicht.

 

In der Saison 94/95 stieg der SVK nach einer 4:1 Niederlage in Sasbach wieder ab. Von diesem Rückschritt erholte sich Kenzingen nur sehr schwer und man verbrachte den Jahrtausendwechsel im Mittelfeld der Kreisliga B. Große Hoffnungen weckte jedoch die eigene A-Jugend, die unter Trainer Bernd Meier im Jahr 2000 in die Verbandsliga aufstieg. Jedoch versuchten viele der jungen Kenzinger Talente ihr Glück zunächst in den umliegenden, höherklassigen Vereinen.

 

Mit der Verpflichtung des erfahrenen Trainers Werner Ruf konnte die damalige Vorstandschaft mit Gerhard Roser und  Horst Hahner, unter denen auch der Freisitz hinter dem Vereinsheim gebaut wurde, im Jahre 2002 sportlich wieder an bessere Zeiten anknüpfen. Gleich im ersten Jahr erreicht die erste Mannschaft mit 99 geschossenen Toren die Vizemeisterschaft, die zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Kreisliga A berechtigte. Besonders das erste Relegationsspiel zuhause gegen den SV RW Glottertal stand jedoch unter keinem guten Stern. Bei der Besprechung vor dem Spiel verletzte sich Torjäger Sylla Amara an einem Stuhlbein dermaßen, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste und nach nur 20 Minuten des Spiels riss bei Spielmacher Patric Maier die Achillessehne. Das Spiel endete trotz vieler guter Möglichkeiten der Kenzinger mit 0:0 und Glottertal stieg auf. Michael Wiese wurde mit 30 Toren Torschützenkönig.

 

Ein Jahr später konnte dann aber endlich die lang ersehnte Meisterschaft gefeiert werden. Nachdem die letzten 13 Spiele gewonnen wurden, belegte der SVK mit insgesamt 21 Siegen, 1 Unentschieden und 6 Niederlagen Platz 1 vor dem Topfavorit aus Nimburg und stieg auf. Trainer Werner Ruf wurde auf der Doppelpass-Gala zum Trainer des Jahres geehrt.

Im ersten Kreisliga A Jahr nach 9 Jahren konnte der Nichtabstieg, auch mit Hilfe vom ehemaligen Nationalspieler Martin Spannring, der in den letzten 4 Spielen aushalf und durch persönliche Bekanntschaft vom viel zu früh verstorbenen

Förderkreis Vorsitzenden Tobias Barleon und von Kronenwirt Zdravko Bozic zum SVK kam, geschafft werden.

 

In den Folgejahren etablierte man sich im Mittelfeld der Kreisliga A.

2007 übernahm Martin Maier die Vereinsführung von Manfred Gerhardt und leitete mit Rechner Achim Alber einen Konsolidierungskurs ein. Sowohl die finanzielle Schieflage, in die der Verein nach dem 90-jährigen Vereinsjubiläum geriet, als auch die sportliche Talfahrt konnte gestoppt und stark verbessert werden.

Im selben Jahre ging eine weitere Ära zu Ende. Das Vereinswirtpaar Julia und Fritz Müller gingen nach über 25 Jahren fast täglicher Arbeit in den wohlverdienten Ruhestand. Seither wird die Bewirtung zu den Heimspielen in Eigenregie gestemmt.

Zum 100-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 2010 befindet sich der SVK auf einem guten Weg. Sportlich spielt die erste Mannschaft mit den Spitzenteams der Kreisliga A auf Augenhöhe und auch finanziell schwimmt der Verein mittlerweile in ruhigeren Gewässern sodass positiv in die Zukunft und das 2. Jahrhundert des Vereins geblickt werden kann.